R-Wert

Was ist der R-Wert?


Der R-Wert gibt den Wärmedurchgangswiderstand eines Materials an. Dieser Faktor ist wiederum der Kehrwert des aus der Baubranche kommenden Wärmedurchgangskoeffizienten (auch U-Wert genannt). Umso höher der R-Wert ist, desto besser ist die Wärmedämmeigenschaft eines Stoffes. Und umgekehrt: umso niedriger der R-Wert, desto schlechter ist die Wärmedämmeigenschaft. Am praktischen Beispiel der Isomatte wird beim R-Wert der Schutz von der von unten kommenden Kälte betrachtet.

R-Wert bei Isomatten


Bei Isomatten bezieht sich der R-Wert stets auf das gesamte Produkt – also inklusive Außenmaterialien und Hülle. Eine exakte Norm zur Messung von R-Werten gibt es bisher nicht, deshalb kann das Messverfahren von Hersteller zu Hersteller variieren. Dementsprechend können Isomatten hinsichtlich ihrer verschiedenen Wärmedurchgangswiderstände meist nicht zu 100% direkt verglichen werden. Des Weiteren spielt der Temperaturbereich im Allgemeinen und auch das persönliche Empfinden eine große Rolle – Frauen gelten meist als kälteempfindlicher als Männer. Trotzdem geben zahlreiche Hersteller einige Richtwerte mit Temperaturangaben für den R-Wert an:

  • R-Wert 0: bis +15°C → reine Sommermatten

  • R-Wert 1: bis +7°C → Sommer und warme Frühlings- bzw. Herbstnächte

  • R-Wert 2: bis +2°C → 3-Jahreszeiten-Matten; kühl, ohne Bodenfrost

  • R-Wert 3: bis -5°C → 3-Jahreszeiten, milde Winter

  • R-Wert 4: bis -11°C → 4-Jahreszeiten, bereits wintertauglich

  • R-Wert 5: bis -17°C → wintertauglich

  • R-Wert 6: bis -24°C → wintertauglich, insbesondere für hochalpine Touren

  • R-Wert 7: bis -32°C → wintertauglich, Expeditionen, hochalpin, etc.

  • R-Wert 8: bis -38°C → Extrem-Expeditionen

  • R-Wert 9: bis -45°C → Extrem-Expeditionen, in Europa selten benötigt

  • R-Wert 10: bis -50°C → Extrem-Expeditionen


Der R-Wert ist nicht alles!


Beim Kauf einer Isomatte sollte trotzdem nicht nur den R-Wert berücksichtigt werden. So spielen auch das Gewicht, die Robustheit und der Schlafkomfort auf Tour eine große Rolle. Vor dem Kauf einer Isomatte sollte man sich immer über die persönlichen Präferenzen sowie die gewünschten Einsatzorte klar sein. Bei der Wahl der richtigen Isomatte sollte man sich ruhig Zeit nehmen und auch mal ein paar Minuten Probe liegen!

Wie kann man den R-Wert optimieren?


Der R-Wert kann mit Hilfe einiger Tricks zusätzlich erhöht werden. So addieren sich bei zwei Isomatten die Werte. Das bedeutet, dass es sich eventuell lohnen kann, zwei leichte Matten mit niedrigem R-Wert mitzunehmen anstatt einer mit einem hohen R-Wert. Mit Hilfe einer isolierenden Rettungsdecke kann der Faktor ebenfalls verstärkt werden. Des Weiteren verbessern auch ein Zeltboden oder ein speziell gewählter Untergrund wie zum Beispiel Laub oder Gras den Wärmedurchgangswiderstand.