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Funktionsjacken im Test - Wie gut sind sie wirklich?

Funktionsjacken im Test - Wie gut sind sie wirklich?
Die bloße Fülle an Funktionsjacken ist enorm und als Kunde sieht man den Wald vor lauter Bäumen – bzw. Funktionsjacken nicht mehr. Die Hersteller versprechen viel Funktionalität, doch wieviel davon steckt wirklich in den Modellen und sind diese ihr Geld tatsächlich wert? Eine gute Outdoor-Jacke kann schnell zu einer teuren Angelegenheit werden. Die Stiftung Warentest stellte vor kurzem ihren großen Funktionsjacken-Test mit überraschenden Ergebnissen vor und diese wollten wir Euch nicht vorenthalten!

Getestet wurden insgesamt 14 Funktionsjacken im Preissegment von 72-360€, die teilweise bereits als Neuware schlichtweg versagten, während andere noch ein paar Waschgänge durchhielten. Details wie abgedeckte Reißverschlüsse, getapte Nähte oder die Verarbeitung der Einzelteile flossen ebenfalls in die Bewertung hinein. Selbstverständlich spielt auch die Nutzung von PFCs zur Verbesserung der Imprägnierung eine Rolle, denn diese können bekanntermaßen nur schlecht von der Umwelt abgebaut werden und sich in Pflanzen&Co anreichern, außerdem werden einige dieser Mittel verdächtigt, Krebs zu erregen. Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass die Outdoor-Branche die Natur liebt und diese zugleich mit PFC belastet.

Auf den Zahn gefühlt: Die Testjacken



→ es wurde jeweils das Damenmodell getestet, doch von jeder Jacke ist auch eine Herrenvariante erhältlich. In diesem Fall lassen sich zu testende Punkte wie z.B. Atmungsaktivität oder Haltbarkeit übertragen.

Kriterien & Härtetest:


Alle Testprodukte unterziehen sich einem ausführlichen Test, anhand dessen die Abschlussnote zustande kommt. Sie setzt sich aus folgenden Kriterien zusammen, die unterschiedlich gewichtet werden:

  1. Funktion 45% – Hierbei geht es um den Härtetest im Regenturm. Nach einer Stunde Dauerregen wird der Abperleffekt im Schulterbereich überprüft. Es folgen fünf Waschgänge, Trocknung sowie Imprägnierung nach Anleitung und ein weiterer Test im Regenturm. Außerdem wird die Atmungsaktivität im Labor überprüft.

  2. Tragekomfort 25% – Personen mit den entsprechenden Körpermaßen und Konfektionsgrößen (38, 40, 42) probieren die Jacke an und verstellen diese individuell. In die Beurteilung fließen die Handhabung, die Verstellbarkeit sowie Sichtfeld der Kapuze mit ein.

  3. Haltbarkeit 25% – Die Verarbeitung wird am neuen Modell sowie nach dem Waschgang beurteilt, hierbei werden die Scheuerbeständigkeit, die Qualität der Klettverschlüsse sowie die Lichtechtheit bewertet.

  4. Schadstoffe 5% – Analyse, ob PFC und PAK vorhanden sind.


Der Härtetest findet in einem gläsernen Regenturm statt, in dem 450l pro Stunde auf einen Quadratmeter niederfallen. In diesem Turm befindet sich eine lebensgroße Puppe, welche das jeweilige Jackenmodell sowie ein Baumwoll-Longsleeve und eine Regenhose trägt. Diese enorme Wassermenge zeigt mögliche Schwachstellen recht schnell auf – diesen Prozess muss auch regendichte Berufskleidung bestehen. Außerdem prüfen angebrachte Feuchtesensoren, ob und wo die Jacke wasserdurchlässig ist.

Wie das genau ausschaut, könnt Ihr im Video sehen:



Die zweite Runde im Regenturm wird nach fünf Waschgängen eingeleutet, wobei viele der Testjacken bereits ihre Funktionalität bereits eingebüßt haben und nicht mehr ganz so überzeugen wie im neuen Zustand. Ganze 11 von 14 Jacken scheitern in Runde 2, denn das Shirt unten drunter ist teilweise durchnässt.

test 09/16 Funktionsjacken, Prüffoto, Regenturm, Haglöfs

Die Jacke hält dicht.

test 09/16 Funktionsjacken;

Von wasserdicht weit weg

Tipp: Beim Kauf einer Funktions- oder Regenjacke ist die Wassersäule wichtig, aber nicht ausschlaggebend. Viel mehr sollte darauf geachtet werden, ob die Verarbeitung stimmt – insbesondere ob alle Nähte durchgehend getaped und die Reißverschlüsse vollständig abgedeckt sind.

Ergebnisse:


Von den 14 getesteten Jacken schnitten nur zwei Funktionsjacken mit dem Testurteil "Gut" ab, nämlich die Haglöfs Astral III Jacket sowie die Schöffel Easy L II. Vor allem das Modell von Schöffel überzeugt hinsichtlich Preis-Leistung, während die Haglöfs-Jacke das teuerste Modell mit rund 360€ darstellt. Sieben Jacken müssen mit der Note "Ausreichend" auskommen und eine Jacke sogar mit "Mangelhaft".

Wenn Ihr Euch für den ausführlichen Test interessiert, könnt Ihr Euch hier die PDF gegen Gebühr herunterladen und einen genauen Blick auf die Funktionsjacken werfen.

Quelle: test.de