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Es ist Zeckenzeit! Alles, was Ihr über die Feinde im Grünen wissen müsst

Es ist Zeckenzeit! Alles, was Ihr über die Feinde im Grünen wissen müsst
Entgegen des weit verbreiteten Mythos, die kleinen Biester würden sich von Bäumen fallen lassen und ihre Beute anspringen, kommt die Gefahr nicht von oben. Zecken lauern auf Grashalmen, in Gebüschen sowie im Unterholz und klammern sich an alles, was ihnen auf ihrem Weg begegnet. Sie lieben Feuchtigkeit und Wärme und stürzen sich auf kleine sowie große Tiere. Doch auch der Mensch kann Beuteobjekt des blutsaugenden Getiers werden. Dabei ist der Blutverlust nicht das Problem, da er zu gering ausfällt – vielmehr werden durch Zeckenbisse gefährliche Krankheiten übertragen.

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Die Zecke – Ein gemeiner Plagegeist


Zecken zählen zur Klasse der Spinnentiere, genau genommen zur Gruppe der Milben. Im Gegensatz zu Stechmücken benötigen die vier Millimeter kleinen Parasiten viel mehr Blut, um zu überleben. Allerdings stechen Zecken nicht sofort, sondern hängen bis zu 15 Tage an ihrem Wirt und trinken Blut. Dafür suchen sie sich besonders weiche, dünne Hautstellen, die geschützt sind.

Beliebte Orte sind zum Beispiel:

  • Achselhöhle

  • Haaransatz oder Ohren

  • Hals

  • Ellenbeuge

  • Kniekehle

  • Genitalbereich oder Bauchnabel


Auch eng anliegende Kleidung wird von Zecken als geschützter Ort wahrgenommen, sodass sie sich auch gerne im Hüftbereich, unter der Hose oder am Handgelenk unter der Uhr festbeißen. Meist bleiben die Achtbeiner in Bodennähe und warten auf ein potentielles Opfer, von dem sie sich durch einen kurzen, aber direkten Kontakt „abstreifen“ lassen. Am schnellsten passiert das auf einem harmlosen Spaziergang durch hohes Gras oder Wiesen.

Wo kommen Zecken vor?


Der Gemeine Holzbock ist die am weitesten verbreitete Zeckenart in Deutschland und treibt ihr Unwesen zwischen März und Oktober. Besonders in den südlichen Bundesländern – Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland– sind Zecken stark vertreten. Eine recht hohe Zeckendichte findet sich in Gegenden, die bei 800-1000m liegen und nimmt mit steigender Lage ab. Im Jahr 2008 wurden Zecken sogar auf über 1500m Höhe gefunden, womit auch Bergwanderer und Kletterer einem höheren Risiko einer Infektion durch Zecken ausgesetzt sind. Bedingt durch die globale Erwärmung haben Zecken sozusagen das ganze Jahr über Konjunktur. Früher hielten die Parasiten Winterruhe, welche jedoch durch die steigenden Temperaturen inzwischen ausgeblieben ist.

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Welche Gefahren bringen Zecken mit sich ?


Zecken sind für eine Vielzahl von Infektionskrankheiten verantwortlich. Zu den bedeutendsten gehört jedoch die Borreliose, welche von einem Bakterium namens Borrelia burgdorferi ausgelöst wird. Bildet sich um die Einstichwunde eine großflächige, ringförmige Hautrötung – im Fachjargon unter Erythema migrans bekannt – und tritt diese während der nächsten 28 Tage auch an anderen Hautstellen auf, ist die Wahrscheinlich einer Infektion recht hoch. Begleiterscheinungen wie Abgeschlagenheit, Fieber und Kopfschmerzen sind weitere Symptome für die Erkrankung. Der Arzt wird die Borreliose im Frühstadium mit Antibiotikum behandeln. Wurde die Krankheit jedoch nicht erkannt und liegt sie einige Jahre zurück, sind Symptome wie Veränderungen der Haut, Gelenkbeschwerden oder Gesichtslähmungen zu beobachten. Antibiotikum-Infusionen sind nötig, um die Infektion zu therapieren. Gegen Borreliose gibt es derzeit noch keine Impfung, deshalb ist es umso wichtiger, sich vor Zecken zu schützen!

Eine weitere Krankheit, welche durch einen Zeckenbiss ausgelöst werden kann, ist die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Im schlimmsten Fall kann sie zu einer Hirnhaut- oder Gehirn-Entzündung führen und tödlich enden. In den Risikogebieten sind nur wenige Zecken mit dem Virus infiziert. Durchschnittlich zwei Prozent der Population können den Erreger übertragen.

Krankheiten

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Wie kann man sich schützen?



  1. Einen sicheren Schutz gegen die FSME bietet die entsprechende FSME-Impfung. Durch sie bildet der Körper Abwehrstoffe, die es ihm ermöglichen, die gefährlichen Viren zu bekämpfen.

  2. Bei Wanderungen im Wald und durch hohes Gras ist geschlossene Kleidung wichtig, um Zecken von der Haut fernzuhalten. Besonders sinnvoll ist es, die Hosenbeine in die Socken zu stecken. Das gehört zwar nicht zu den modischen Highlights dieses Sommers, verhindert jedoch, dass die Zecke nicht unter die Hose kriecht und sich am Fußgelenk fest beißt.

  3. Die Marke Craghoppers bietet Outdoor-Bekleidung an, welche mit ihrer sog. NosiLife Technologie zu 90% vor Insektenbissen schützen. Durch Moskitonetz-ähnliche Fasern und eingearbeitete Anti-Zecken-Mittel in den Kleidungsstücken werden die Blutsauger ferngehalten und so Infektionen verhindert. Die verarbeiteten Insektizide sind für die Träger absolut unbedenklich!

  4. Auch Repellents oder zu deutsch Repellentien schützen vor Zecken. Die Abwehrmittel haben für die Insekten einen abstoßenden Geruch, wodurch die Tierchen freiwillig fernbleiben. Wenn möglich, sollte die Substanz auch auf der Kleidung eingerieben werden. Dabei muss beachtet werden, dass auch das beste Repellent keinen hundertprozentigen Schutz bietet und die Wirkung nur einige Stunden andauert.


Zeckenbiss – Was kann ich tun ?



  • Nach dem Aufenthalt im Freien ist es wichtig, den Körper auf Zecken abzusuchen. Vor allem den bevorzugten Stichstellen der Zecken sollte man besonders viel Beachtung schenken.

  • Wurde eine Zecke gefunden, muss diese schnellstmöglich entfernt werden. Mithilfe einer speziellen Zecken-Pinzette greift man die Zecke hautnah bzw. an deren Kopf und zieht sie langsam und gerade heraus. Sollten Teile der Zecke in der Haut stecken bleiben, ist dies nicht weiter schlimm: der Körper stößt die restlichen Überbleibsel von selber ab.


Zecke_entfernen

  • Die Zecke sollte niemals mit den Fingern einfach rausgezogen werden. Es gilt darauf zu achten, ihren eventuell vollgesogenen Körper nicht zu drücken, damit keinerlei Flüssigkeiten des Tiers in die Bisswunde fließen, da diese die Krankheitserreger transportieren.

  • Nach einer erfolgreichen Zeckenentfernung wird die Zecke am besten durch Zerdrücken mit einem festen Gegenstand (zum Beispiel ein Glas) oder mithilfe von 40%igem Alkohol, Chlorreiniger und einem Desinfektionssprays entsorgt.

  • Wichtig ist es, die Einstichstelle regelmäßig zu beobachten, um einen frühen Hinweis auf die Borreliose zu bekommen. Weitet sich die Hautrötung in den darauffolgenden Tagen, sollte der Hausarzt zwecks weiterer Aufklärung aufgesucht werden.


Bilderquelle: www.zecken.de