Daune
Die Daune ist eine Feder von Wasservögeln mit sehr weichen, langen sowie strahlenförmig angeordneten Federästen, die wiederum mit unzähligen Häkchen besetzt sind. Sie gehört zu den beliebtesten natürlichen Füllmaterialien in der Bekleidungstechnik und zeichnet sich durch eine ausgezeichnete Isolierfähigkeit sowie Leichtigkeit aus. Daunen verfügen über eine dreidimensionale Struktur, weshalb sie viel mehr Luft einschließen können als Federn und so die Wärme isolieren. Federn haben nicht annähernd so gute Isolationswerte wie die feinen Daunen und auch Kunstfasern kommen nicht an die hervorragende Wärmeisolierung heran. In den meisten fällen stammen die Daunen von Gänsen, die im Vergleich zu Entendaunen hochwertiger sind.

Daune als Füllmaterial


In Produkten mit Daunenfüllung finden sich immer Angaben zum Mischungsverhältnis, was das Verhältnis von Daunen zu Federn beschreibt. Die Angabe 80/20 bedeutet, dass zum Beispiel die Jacke mit 80% Daunen und 20% Federn gefüllt ist. Je höher der Daunenanteil im Kleidungsstück, desto leichter und wärmer ist es. Das hochwertigste Mischungsverhältnis von 95/5 findet sich bei Modellen vom Daunenspezialisten schlechthin Yeti - unter anderem beim Yeti Faith Lightweight Down Coat. Eine 100%-Daunenfüllung ist nicht möglich, denn der geringe Federanteil wird gebraucht, um die Daune zu stabilisieren.

Auch die Daune als Füllmaterial bringt einige Nachteile mit sich, denn sie ist zum einen überhaupt nicht rucksacktauglich und zum anderen verliert sie ihre Isolationsfähigkeit, sobald sie einmal nass geworden ist. Zurück zum Rucksack: dort wo der Rucksack auf die Daune aufliegt, wird diese plattgedrückt, weshalb insbesondere Daunenjacken für Expeditionen im Schulterbereich mit einer Wattierung aus Kunstfaser unterstützt werden.

Cuin, Loft oder doch Fillpower?


Wenn es um Daunen geht, fallen oft die Begriffe Cuin, Loft oder Fillpower, welche die Bauschkraft der Daune bezeichnen. Gemessen wird diese, indem eine Unze - das entspricht etwa 28g - der Daunenmischung in einem Messzylinder für einen Zeitraum von 24h zusammengepresst wird. Anschließend wird das Volumen gemessen, auf welches sich die Unze Daunen ausdehnt und mit der Einheit Cuin angegeben. Da Daunen von Natur aus über eine hohe Elastizität verfügen, finden sie trotz des Drucks schnell in ihre ursprüngliche Form zurück. Eine Bauschkraft von 550cuin ist in Ordnung, alles ab 650 cuin gut und ab 800 cuin herausragend. Je mehr Volumen die Füllmenge erzeugt, desto besser ist man isoliert.

Daunengewinnung


Bei der Daunengewinnung wird grundsätzlich zwischen Lebend- und Totrupf unterschieden, wobei die Daunen - wie die Begriffe schon verraten - entweder zu Lebzeiten der Tiere oder erst nach der Schlachtung gewonnen werden. Der Totrupf geht meist mit der Schlachtung in einer Geflügelzucht einher. Erst nachdem die Tiere geschlachtet wurden, werden die Federn gerupft und das Fleisch weiter verarbeitet. Über 90% des Weltaufkommens von Daunen und Federn wird im Totrupf gewonnen. Doch leider gibt es auch noch den Lebendrupf, bei dem ohne Rücksicht auf die Tiere, die Federn in Akkordarbeit gerupft werden. Dabei werden die Tiere unnötigen Qualen ausgesetzt und verletzt. Der Lebendrupf wird seit einiger Zeit von Tierschutzorganisationen stark kritisiert - zu Recht. Der Marktanteil von Daunen aus dem Lebenrupf liegt bei ca. 3%.

Beim Kauf von Daunenprodukten sollte unbedingt darauf geachtet werden, woher die Daunen kommen. Zahlreiche Outdoor Marken verwenden nur Füllmaterial aus dem Totrupf und kennzeichnen ihre Produkte entsprechend. Patagonia führte zum Beispiel 2014 die Traceable Down ein - die Daune mit Herkunftsnachweis. Jedes Kleidungsstück von Patagonia ist mit einer ID versehen, welche die Verfolgung der vollständigen Daunen-Lieferkette ermöglicht.

Die Königsklasse der Daunen - Die Eiderdaune


Auch unter den Besten gibt es immer noch Einen, der besser ist. Auch im Falle der Daunen, die ein hervorragendes Füllmaterial sind, gibt es eine ganz besondere Daune, die zwar größer ist, allerdings auch wesentlich feiner und dichter verästelt. Die Rede ist von der Eiderdaune, die von der Eiderente stammt und die nicht als Schutzschicht vor der Witterung getragen wird, sondern als Schutz für die Brut dient. Heimisch ist diese braun-graue Ente an den Küsten der Nordmeere, in Skandinavien und vor allem in Island - allerdings ist sie auch in Schleswig-Holstein zu finden. Sie baut ihre Daunen in die Nester mit ein, damit der Nachwuchs vor der eisigen Kälte geschützt ist. Das Besondere an der Eiderdaune ist, dass sie eine klettartige Struktur aufweist und deshalb vom Wind nicht davongetragen werden kann. Die Eiderdaune ist das edelste und teuerste Füllmaterial für Bettdecken, denn diese können nur mit wenigen Daunen gefüllt sein und trotzdem schön warm halten. In Deutschland dürfen die flauschigen Daunen nur aus bereits verlassenen Nestern gesammelt werden.